Mentoring – mehr als gute Ratschläge

Engagement-Bereich Mentoring

Mentor:innen sind meist Menschen, die sich sinnvoll ehrenamtlich engagieren möchten, ihr Wissen weitergeben und etwas von ihrem Glückskuchen abgeben wollen. Sie sind bereit einen anderen Menschen zuverlässig und regelmäßig zu begleiten. Mentor:innen helfen bei alltäglichen Fragen und unterstützen dabei verschiedene Optionen anzudenken. Sie öffnen Türen, durch die die Mentees selbstständig gehen können. Aber es sind eben nicht nur Ratschläge, die helfen, sondern das Gefühl, dass da jemand ist, der/die einem Mentee ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lässt und ein offenes Ohr für alle Fragen und Probleme hat.

Ich glaube, dass es hauptsächlich die Unterstützung ist und die Motivation zu wissen, dass da jemand ist, der zuhört und der diese Dinge mit ihm bespricht.“ Das sagt unsere Freiwillige Julia zu der Frage, was das Mentoring ihrem Mentee bringt.

Was genau Mentor:innen mit ihren Mentees machen ist ganz unterschiedlich. Es hängt von den Bedarfen der Mentees ab, aber natürlich auch von den Wünschen der Freiwilligen. Das sollte unbedingt vorab mit der Organisation, die das Mentoring-Programm anbietet, besprochen und klar abgegrenzt werden. Mögliche Themen können sein:

  • gemeinsam Deutsch sprechen
  • Nachhilfe
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten
  • Recherche rund um Themen wie Bildung, Beruf
  • Wohnungssuche
  • Hilfe bei Behördengängen, der Kommunikation mit Ämtern und der Bewältigung von Bürokratie
  • Unterstützung bei der beruflichen/schulischen Orientierung
  • Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und Begleitung im Bewerbungsprozess
  • Entlastung von Familienangehörigen
  • Erfahrungsaustausch zur (eigenen) Fluchterfahrung oder Behinderung

Manche Freiwillige denken, dass Mentoring zu viel Verantwortung bedeutet. Das ist verständlich – denn natürlich arbeitet man mit einem Menschen zusammen, der sich auf einen verlässt. Aber Mentor:innen sind eben auch „nur“ Türöffner:innen: Mentees müssen ihre Ziele selber erfüllen, viele Schritte selber gehen. Es ist eine Unterstützung in die Selbstständigkeit.

Die Tätigkeit an sich ist meist gut in den Arbeitsalltag integrierbar. Da die meisten Mentees auch schon selbst berufstätig sind, finden Treffen oder Telefonate eher abends oder am Wochenende statt. Mentoring ist immer ehrenamtlich, und gerade durch das letzte Jahr zeigen sich viele Unterstützungsbedarfe. Viele Organisationen suchen derzeit Mentor:innen und auch unsere Freiwillige Julia bringt es auf den Punkt: „Die Zeit bisher hat mir auch nochmal gezeigt, wie wahnsinnig wichtig es ist, dass Freiwillige in diesem Bereich tätig sind.

Aktuelle Mentoring-Angebote:

Angebot 141334: Arrival Aid, Jobmentoring 

In unserem neuen Programm Arrival Aid Jobs&Careers suchen wir ehrenamtliche Jobmentor*innen, die im Rahmen eines dreimonatigen Mentorings Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund in München bei der Arbeits- und Ausbildungssuche unterstützen. Wir bieten eine professionelle; persönliche Betreuung, regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen. In einer dreistündigen Eingangsqualifizierung schulen wir die Ehrenamtlichen für Ihre Tätigkeit als Jobmentor*innen. Danach startet die dreimonatige Mentoring-Phase mit einer arbeitssuchenden Person.

Angebot 94669: Familienzentrum Trudering, Balu und Du – ein Mentorenprogramm für junge Menschen (bis 30 Jahre)

„Balu und Du“ ist ein aktives Patenschafts-Programm bei dem alle profitieren, insbesondere die Kinder. Die Kinder machen neue Erfahrungen und erhalten außerschulische Anregungen. Du gehst mit dem Patenkind zum Beispiel in den Zoo, ins Museum, auf den Spielplatz oder ihr bastelt/backt etwas gemeinsam. Ihr macht Dinge, die euch beiden Freude bereitet. Dadurch wird Neugierde geweckt und der Mut, Neues zu entdecken/auszuprobieren wird gefördert.

Angebot 197124: Sozialreferat München,  Gemeinsam durch die Ausbildung 

Junge Menschen stehen oft vor besonderen Herausforderungen, eine geeignete Ausbildung zu finden und diese mit Erfolg abzuschließen. Häufig fehlt ihnen eine Bezugsperson, die den notwendigen Rückhalt gibt und sie bei alltäglichen oder auch bei beruflichen Problemen unterstützt. Als ehrematliche:r Mentor:in stehen Sie Ihrem Mentee über den Zeitraum der Ausbildung hinweg mit Rat und Tat zur Seite. Die Auszubildenden sind zwischen 17 und 27 Jahren alt und leben im Stadtgebiet München.