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Anerkennung und Wertschätzung für Ihre Freiwilligen: So fördern Sie die Motivation Ihrer Ehrenamtlichen

Wertschätzung und Anerkennung für Ihre Freiwilligen

Fühlen Sie sich manchmal auch ratlos, wenn es darum geht, den in Ihrer gemeinnützigen Organisation engagierten Ehrenamtlichen Ihren Dank auszudrücken? Wer freut sich über was? Oft mangelt es an Ideen, Zeit und häufig auch am notwendigen Budget. Aber worauf kommt es wirklich an beim Danke sagen?

Anerkennungskultur für Freiwilliges Engagement

Die Wertschätzung und die Anerkennung des freiwilligen Engagements sind der Schlüssel, damit Menschen gerne und dauerhaft ihre Zeit und ihr Können einbringen. Doch Ehrenamtliche empfinden Anerkennung und Wertschätzung unterschiedlich. Daher ist es wichtig, ein breites und diverses Set an Anerkennungsformen zu entwickeln.
So unterschiedlich wie die Motivation zum Engagement ist, so verschieden sollten die Formen der Anerkennungskultur gestaltet sein. Während für den einen eine Bestätigung seines Engagements sehr wichtig ist, freut sich ein:e andere:r über eine Geburtstagskarte oder die öffentliche Erwähnung im Jahresbericht. Anerkennung ist etwas Individuelles. Sie sollte Freude bereiten, ehrlich gemeint und auf die Freiwilligen abgestimmt sein. Ihre Wertschätzung ist ein kein einmaliger Akt. Sie soll ein Gefühl vermitteln und ausdrücken, dass jemand wertgeschätzt wird in dem, was er/sie ist und tut. Dies sollte eine Haltung gegenüber der Tätigkeit von Ehrenamtlichen durch das Jahr sein – nicht nur einmalig durch ein „Geschenk“ ausgedrückt werden.

Nachfolgend geben wir Tipps, wie Sie in Ihrer Einrichtung eine Anerkennungskultur für Ihre Freiwilligen schaffen können.
• Fragen Sie Ihre Freiwilligen regelmäßig, was sie brauchen und welche Formen der Anerkennung sie sich wünschen.
• Gemeinsame Aktivitäten wie Feiern, Weiterbildungen oder Veranstaltungen fördern die Teamzugehörigkeit und Motivation.
• Informieren Sie Ihre Ehrenamtlichen regelmäßig über Neuigkeiten (Termine, neue Teammitglieder u.a.). Dies kann z.B. über Mails oder einen Newsletter erfolgen.
• Bieten Sie Mitgestaltungs-Möglichkeiten an (Austauschabende, Kreativ-Workshops u.a.).
• Seien Sie erreichbar und ansprechbar für Fragen oder Probleme.
• Ersetzen Sie entstandene Ausgaben (Fahrtkosten, Materialien u.a.) selbstverständlich ersetzen und sprechen Sie Ihre Freiwillige proaktiv darauf ansprechen.

Wertschätzung beginnt beim Erstkontakt der Freiwilligen mit Ihrer Organisation.. Lesen Sie dazu auch unsere Blogartikel In gutem Kontakt zu Freiwilligen und 10 Tipps für eine bessere Zusammenarbeit.

Tipps für die Wertschätzung Ihrer freiwillig Engagierten

Ehrenamtliche erbringen eine Leistung, für die sie kein Honorar erhalten. Damit die Zusammenarbeit langfristig gelingt, ist die Wertschätzung des Engagements umso wichtiger für die Motivation der Ehrenamtlichen. Drücken Sie Ihre Anerkennung ideell oder materiell aus.

Direkte persönliche Anerkennung

Hier bieten sich Ihnen vielfältige Möglichkeiten – je nach Ihrem Zeit- und Geldbudget:
• Geburtstags- und Weihnachtskarte
• Persönliches Dankeschön-Schreiben
• Weihnachtsgeschenk
• Weihnachtsfeier
• Feste oder Ausflüge für Ehrenamtliche
• Weiterbildungsmöglichkeiten
• Geleistete Arbeit immer wieder wertschätzen z.B. bei einem persönlichen Gespräch
• kleine Dankeschön-Geschenke (z.B. Nikolaus, Tee, …)
• Kontakt zu Freiwilligen aufnehmen, Feedback einholen
• Vertrauensbeweise, z.B. Übergabe eines eigenen Schlüssels, eigener Projektetat
• Vergünstigungen (z.B. beim Mittagstisch, Kaffee & Kuchen in der Senioreneinrichtung)
• gemeinsame Kaffee- oder Mittagspausen
• Verpflegung bei Veranstaltungen
• Räume und Geräte auch für private Zwecke zur Verfügung stellen.
Achten Sie bei Festen und Veranstaltungen darauf, dass beim Essen, den Getränken wie auch den Geschenken der interkulturelle Hintergrund Ihrer Ehrenamtlichen berücksichtigt wird.

Anerkennung der Ehrenamtlichen im Rahmen Ihrer Öffentlichkeitsarbeit

Damit zeigen Sie Ihre Wertschätzung für den wichtigen Beitrag der Ehrenamtlichen in Ihrer Einrichtung und Sie machen die Aktivitäten für andere „greifbar“. Beispiele für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit sind:
• Portraits von Freiwilligen in Ihren internen und öffentlichen Publikationen oder auf Ihrer Website
• Fotos von Ihren Ehrenamtlichen in der Einrichtung aushängen
• (Foto-)Ausstellung zur Arbeit der Freiwilligen
• Öffentliche Veranstaltungen, bei denen auch den Freiwilligen gedankt wird
• Freiwillige zu Empfängen und Veranstaltungen mitnehmen
• Freiwillige bei Freiwilligen-Messen und Info-Veranstaltungen zu Wort kommen lassen
• Freiwillige in Presseartikeln oder Filmbeiträgen erwähnen

Tätigkeitsnachweise und Zeugnisse

Nicht nur für Schüler:innen und Studierende sind Tätigkeitsnachweise und Zeugnisse interessant. Auch arbeitssuchende Ehrenamtliche freuen sich über einen Nachweis. Dazu zählen:
• Übungsleiter-Lizenzen, Jugendleiter:in-Card (Juleica)
• Vermerk von ehrenamtlichem Engagement von Schüler:innen im Zeugnis
• Nachweis über ein ehrenamtliches Engagement
• Zeugnis mit qualifizierter Beurteilung über das freiwillige Engagement

Ehrungen und Auszeichnungen

In vielen Vereinen gibt es für freiwilliges Engagement Ehrennadeln, Urkunden oder Verdienstmedaillen. Auch dies ist für viele Freiwillige – vor allem ältere – wichtig.
In München gibt es zwei offizielle Auszeichnungen von Seiten der Stadt: München Dankt! und die Bayerische Ehrenamtskarte.
München dankt! können Sie für Ehrenamtliche beantragen, wenn diese mindestens 80 Stunden jährlich ihr Engagement ausgeübt haben. Die Landeshauptstadt München stellt dann eine Urkunde aus (München Dankt) und ein Gutscheinheft zur Verfügung.
Wer sich über zwei Jahre mindestens 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich engagiert, kann die Bayerische Ehrenamtskarte erhalten. Diese bietet Vergünstigungen für staatliche und städtische Museen und Schlösser sowie weitere Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Die blaue Ehrenamtskarte ist drei Jahre gültig, die goldene Ehrenamtskarte (für Ehrenamtliche, die über 25 Jahre engagiert sind) wird auf Lebenszeit ausgestellt.
Organisationen und Engagierte können bei der Landeshauptstadt München Anträge für München dankt! und die Bayerische Ehrenamtskarte stellen. Die Beantragung der Auszeichnungen für mehrere Personen gleichzeitig ebenfalls möglich.

Ehrenamtsversicherung

Der Freistaat Bayern stellt mit seiner Bayerischen Ehrenamtsversicherung sicher, dass freiwillig Engagierte bei Ausübung ihres Ehrenamts keine Nachteile erleiden, wenn sie selbst keinen entsprechenden Versicherungsschutz haben. Sie ist eine Auffangversicherung und damit nachrangig, das heißt eine anderweitig bestehende Haftpflicht- oder Unfallversicherung (gesetzlich wie privat) geht im Schadensfall vor.
Die Bayerische Ehrenamtsversicherung ist antrags- und beitragsfrei, die Kosten trägt allein der Freistaat Bayern.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/Engagiert-Leben/engagement_anerkennen.html
https://engagiert.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Sonstige_Webprojekte/Engagementportal/Dokumente_und_Publikationen/Anerkennung/Aufbau_einer_Anerkennungskultur.pdf