Mein digitales Engagement: Online rund um den Globus ehrenamtlich aktiv

digitales Engagement rund um den Globus

Herr Uthe, Sie engagieren sich seit einem Jahr digital bei INGEAR. Was hat Sie dazu motiviert, sich zu engagieren?

inerview mit tatendrang freiwilligen frank uthe bei ingearNach dem Ende meiner Berufstätigkeit wollte ich reisen, neue Kontakte knüpfen und gerne auch etwas Sinnvolles tun. Bei einem Schnorchel-Ausflug in Südostasien fiel mir die dortige Umweltverschmutzung auf. Das weckte den Wunsch, mich zunächst im Bereich Umweltschutz zu engagieren. Meine Frau machte mich auf TATENDRANG aufmerksam, also ließ auch ich mich auf der Suche nach einem passenden Engagement beraten. Ich wollte mich einbringen, aber nicht örtlich gebunden sein… und es musste auch nicht unbedingt Umweltschutz sein.

Wie haben Sie ihr Herzensprojekt gefunden?

Ich erhielt einige Angebote durch meine Beraterin bei TATENDRANG und da war auch INGEAR (INitiaive GEgen ARmut e.v.) mit dabei. Dieser Verein hat für mich eine angenehme, überschaubare Größe, arbeitet lokal und unterstützt sechs internationale Projekte im Globalen Süden. Klein, aber fein – fast wie ein Boutique-Hotel. Bei INGEAR kennen wir die meisten Leute in den Projekten vor Ort persönlich. Da ich privat viel reise, kommt es mir entgegen, dass die Treffen in München sind und der Austausch weitgehend online stattfindet. Ich kann meine eigenen Ideen einbringen und mich vor allem digital, ortsunabhängig und international engagieren.

Was machen Sie dort? Und wie sieht die Zusammenarbeit im digitalen Engagement aus?

Ich arbeite als Freiwilliger im Fundraising. 2021 habe mich zusätzlich auch um den Datenschutz in unserem Verein gekümmert. Mir liegt es zudem sehr am Herzen, die Bekanntheit von INGEAR zu steigern.
Die Einarbeitung und die Zusammenarbeit bei INGEAR ist sehr praxisorientiert: Neue Freiwillige werden durch Tandem-Partnerschaften mit „alten Hasen“ gut eingebunden, und wir tauschen uns in regelmäßigen Abständen telefonisch aus. Der ganze Verein kommt zweimal im Jahr zusammen, dann stellen alle Abteilungen ihre Arbeit vor und die nächsten Ziele werden festgelegt.

Wie läuft die digitale Zusammenarbeit?

Digitales Arbeiten sind wir aus unseren Berufen gewohnt, und so funktioniert es auch im Vereinsleben einwandfrei. Das Fundraising-Team trifft sich zum Beispiel alle 14 Tage per Video-Call. Und das letzte Vereinsmeeting war sogar hybrid: es gab Teilnehmer:innen die sich in München persönlich vor Ort getroffen haben, und andere waren virtuell zugeschaltet. Mit diesen digitalen Austauschmöglichkeiten kann ich meine Auslandsreisen und die ehrenamtliche Arbeit ideal verbinden.

Wo sehen Sie für sich den Gewinn? Was war schwierig?

Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen. Durch meinen Tandem-Partner habe ich schnell Zugang zum Verein und meinen Aufgaben gefunden. Wir unterstützen ganz unterschiedliche Projekte in den Themenfeldern Ausbildung und gesundheitliche Versorgung in Kenia, Ruanda, Südafrika, Sri Lanka, Indien und Bolivien. Der Fokus unserer Arbeit liegt dabei auf der Sicherung von Grundbedürfnissen, insbesondere von Kindern, Kranken oder sozial benachteiligten Menschen.
Sowohl die Themen als auch die Internationalität finde ich spannend. Ich kann eigene Ideen einbringen, aktiv mitgestalten und werde vielleicht auch mal eines der Projekte besuchen können. Mir ist es wichtig, dass wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten und dass ich sehen kann, wie das Geld, das wir einsetzen, wirkt.
Schwierigkeiten macht uns natürlich Corona, da wir uns nur online vernetzen können. Ich freue mich schon auf mehr persönliche Kontakte, sobald es wieder möglich ist.

Haben Sie einen Tipp für andere Freiwillige?

Nutzen Sie das intensive, persönliche Beratungsgespräch bei TATENDRANG und zögern Sie nicht, zwei- oder dreimal anzurufen, wenn das für Sie passende Engagement noch nicht dabei war. Dann finden bestimmt auch Sie das perfekte Match für Ihr Engagement – mit dem passenden Zeitaufwand und Zielen, die für Sie stimmig sind.

Haben Sie schon Volunteer Match genutzt?

Über Volunteer Match habe ich mich bisher mit zwei anderen Freiwilligen vernetzt: einmal per Telefon und das letzte Mal per Video-Call. Wir haben Erfahrungen aus unseren Ehrenämtern und Tipps ausgetauscht. Einmal passte die Chemie so gut, dass wir auch über private Themen wie Reisen gesprochen haben und uns erneut treffen wollen. Für mich ist der Austausch mit anderen Ehrenamtlichen bei Tatendrang eine Bereicherung. Mir persönlich kam der Austausch per Video-Call intensiver vor als „nur“ zu telefonieren. Auf persönliche Treffen, die hoffentlich bald wieder möglich sind, freue ich mich allerdings schon sehr.

Headerbild: ©canva.com; Bild Frank Uthe: ©Frank Uthe