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Roland Berger Stiftung

Kindern Rückenwind geben
Mentorin und Mentee bei der Roland Berger Stiftung
Mentorin mit Mentee | Foto: Roland Berger Stiftung

Organisations Profil:

Engagement-Bereiche:

Kinder und Jugendliche

Einsatzart:

langfristig und regelmäßig

Webseite:

Mentor:innen geben Kindern Halt

Beim Mentoringprogramm der Roland Berger Stiftung stehen die Talente und das Potenzial von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. 2008 gründete Unternehmensberater Roland Berger die Stiftung mit seinem Privatvermögen. Anliegen der Organisation ist, dass Kinder auf dem Bildungsweg nicht verloren gehen. Junge Talente, die von zu Hause keine Unterstützung bekommen, werden so auf vielfältige Weise gefördert, so dass sie ihr Abitur und auf Wunsch auch ein Studium meistern können.

Gemeinsam Herausforderungen meistern

Die Roland Berger Stiftung ist bundesweit aktiv. Aktuell arbeitet sie mit 70 Partnerschulen zusammen und unterstützt 700 Kinder und Jugendliche. Diese sind zwischen acht und 20 Jahren alt. Martina Seidel ist von Beginn an dabei. Sie ist Ansprechpartnerin für das Mentoring-Programm in München. „Wenn Eltern nicht unterstützen können, die Sprache nicht sprechen oder mit unserer Kultur nicht so vertraut sind, dann ist es für diese Kinder schwierig, die Schullaufbahn zu meistern.“ erklärt sie.

„Auf dem Weg zum Abitur können viele Dinge passieren und wenn man niemanden an der Seite hat, der einen auch trägt und unterstützt, dann geben viele auf.“

Die ehrenamtlichen Mentor:innen treffen sich regelmäßig (mindestens einmal im Monat) mit ihren Mentees und unternehmen etwas zusammen. In der Regel geht es weniger um schulische Unterstützung als vielmehr darum, den Kindern Bildung und Kultur näher zu bringen. Die Kosten für die Unternehmungen werden durch die Stiftung erstattet. Beim Matching zwischen Mentor:in und Mentee werden die Interessen und Neigungen der beiden berücksichtigt. Das Kennlerngespräch findet immer gemeinsam mit den Eltern statt. „Uns ist eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern sehr wichtig,“ sagt Martina Seidel, die selbst Lehramt studiert hat.

Neue Talente entdecken

Um Kinder mit Potenzial zu identifizieren, arbeitet die Roland Berger Stiftung mit verschiedenen Grundschulen und Gymnasien sowie einer FOS in München zusammen. „Die Lehrer:innen halten Ausschau nach Kindern, die gerne die Schule besuchen, gute Noten haben sowie Neugier und Offenheit mitbringen, die aber von den Eltern in schulischen Belangen nicht entsprechend unterstützt werden können.“ erklärt Martina Seidel zum Konzept der Stipendiaten-Suche.

Aktuell werden in München rund 50 Kinder begleitet. Die Eltern sind in das Stipendiaten-Programm eng eingebunden. Einige Angebote sind für die Kinder verpflichtend, zum Beispiel das Selbstwirksamkeits-Training, der Umgang mit Computern oder Angebote zum Thema Digitalisierung. Viele andere Kurse sind freiwillig. Die Familien der Stipendiat:innen bekommen alle Kosten im Zusammenhang mit der Schule erstattet.

„Es ist ein bunter Strauß an Angeboten, weil wir den Kindern die Welt zeigen und wachkitzeln wollen, welches Talent in ihnen steckt“, erklärt Martina Seidel.

„Durch die Angebote bekommt das Kind ein Gespür dafür, was es besonders interessiert.“ Gemeinsam mit ihren Mentor:innen überlegen die Kinder zudem, welche weiteren Aktivitäten sie gerne ausprobieren möchten. Auch die Eltern der Mentees können kostenfrei an Seminaren teilnehmen. Hier stehen Themen wie Pubertät, Mediennutzung oder Unterstützung beim Lernen auf dem Programm.

Als Mentor:in Kindern Angebote machen

Martina Seidel freut sich stets über Zuwachs bei den Münchner Mentor:innen. Diese sollten Offenheit und Interesse an anderen Kulturen mitbringen und Freude daran haben, mit Kindern zu arbeiten. Etwas Lebenserfahrung und eine Ausbildung oder ein Studium wären auch gut. „Wir wünschen uns Freiwillige, die bereit sind, Halt zu geben und Angebote zu machen,“ erklärt die Koordinatorin. „Die Begleitung muss nicht bis zum Abitur dauern, aber ein bis zwei Jahre wären schön, da ja eine Beziehung aufgebaut wird.“ An Zeitbudget sollten die Mentor:innen mindestens ein Treffen im Monat einplanen, bei Grundschüler:innen etwas häufiger. Zwischendurch sollte Kontakt zum Mentee gehalten werden.

Martina Seidel ist eine gute Begleitung der Freiwilligen wichtig. „Bei uns muss sich niemand als Einzelkämpfer fühlen“, bekräftigt sie. „Den Mentor:innen stehen feste Ansprechpartner:innen für Fragen zur Verfügung, es gibt regelmäßig regionale Treffen und einmal im Jahr kommen wir für ein Wochenende zusammen, um uns auszutauschen.“ An ihrer vielseitigen Aufgabe begeistert Martina Seidel besonders, dass sie so viel mit Menschen zu tun hat. „Ich habe ein Gespür dafür entwickelt, wer zu wem passt,“ berichtet sie. „Jeder Freiwillige kommt mit einer anderen Motivation. Ich überlege mir dann, welches Kind genau diesen Menschen brauchen könnte.“

Neue Richtung im Leben geben

Ein Erlebnis hat die Koordinatorin dieses Jahr besonders beeindruckt: Zur Feier von Roland Bergers 85. Geburtstag hatte die Stiftung eine Überraschungsfeier organisiert, an der auch ehemalige Stipendiat:innen teilnahmen. „Ein junger Mann, Ende 20, den ich kenne, seit er als kleiner Junge in das Programm aufgenommen wurde, berichtete den Gästen, welche wichtige Rolle die Stiftung und der Mentor in seinem Leben gespielt haben,“ erzählt Martina Seidel. Er kam als Kind mit Vater und Schwester nach Deutschland und drohte in die Kleinkriminalität abzurutschen. Die Stiftung habe seinem Leben eine neue Richtung gegeben. Doch obwohl er sehr gut in der Schule war, wollte er nach der 10. Klasse aufhören. Sein Mentor und die Stiftung hatten ihm gut zugeredet, Abitur zu machen. „Er hat dann Medizin studiert, war in Harvard, bei Ärzte ohne Grenzen und macht jetzt seine Ausbildung zum Hirnchirurg,“ erzählt Martina Seidel sichtlich bewegt.

„Wenn ich an den kleinen Jungen von damals denke, der keine Struktur hatte und irgendwie verloren wirkte, und jetzt den erwachsenen Mann sehe, der so viel erreicht hat, dann bin ich schon sehr berührt.“

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Unsere Autorin Renate Volk
Autor:in: Renate Volk
Gespräch vom: 08.01.2023

Ehrenamtsgeschichten über die Organisation

Als Mentorin der Roland Berger Stiftung Kinder ermutigen, ihre Talente zu entfalten

Sabine – 51 Jahre

Sabine ist Mentorin bei der Roland Berger Stiftung
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