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Lighthouse Welcome Center

Willkommen in München
Lighthouse Welcome Center
Willkommenskultur für Geflüchtete | Foto: Lighthouse Welcome Center

Organisations Profil:

Engagement-Bereiche:

Migration und Flucht

Einsatzart:

langfristig und regelmäßig

Webseite:

Persönlicher Kontakt im Mittelpunkt

Das Lighthouse Welcome Center ist ein Ort der gelebten Willkommenskultur. Die kleine Holzhütte befindet sich neben einer Kurzzeitaufnahme für Geflüchtete in München-Freimann. Der Verein Lichterkette e.V. und die Diakonie für München und Oberbayern riefen das Angebot ins Leben, um einen Ort zu schaffen, an dem ein Austausch zwischen alten und neuen Münchner:innen stattfinden kann. Getragen wird das Projekt von Ehrenamtlichen, die immer zu zweit Besucher:innen empfangen.

lighthouse mobil im olympiapark
Das Lighthouse mobil on tour – Foto: Lighthouse welcome center

Das Lighthouse Welcome Center gibt es auch in einer mobilen Version. Das „Lighthouse mobil“, eine elektrisch umgebaute Ape Piaggio, steht bei Veranstaltungen in München, bei denen Freiwillige über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen können. Münchner:innen können sich hier über Themen wie Flucht und Willkommenskultur für Geflüchtete informieren.

Sicherer Raum für Geflüchtete

ehrenamtskoordinatorin nathalie domes vom lighthouse welcome center
Ehrenamtskoordinatorin Nathalie Domes – Foto: Nathalie Domes

Nathalie Domes ist die hauptamtliche Ehrenamtskoordinatorin des Projekts. Die studierte Ethnologin und angehende Sozialpädagogin arbeitet neue Freiwillige ein und kümmert sich darum, dass alles gut läuft. „Bei einer Tasse Tee oder Kaffee kommen Ehrenamtliche mit den Menschen unterschiedlicher Herkunft ins Gespräch“, erklärt sie. „Bei uns können alltägliche Fragen gestellt werden, zum Beispiel wo sich die nächste Apotheke befindet oder was man im Sommer machen kann.“ Es stehen Informationsmaterialien und Spiele bereit. Es gibt auch eine Soundanlage im Lighthouse Welcome Center, um gemeinsam Musik zu hören.

„Wir geben den Geflüchteten eine Art sicheren Raum,“ erklärt Nathalie Domes. „Mit den Kontakten und Gesprächen möchten wir positive Erfahrungen und Menschlichkeit weitergeben. Die meisten Geflüchteten haben schwierige Situationen erlebt. In Deutschland haben sie viele administrative Kontakte und wenig normale Gespräche. Es ist schön für sie, zu erleben, dass sie mit einem Lächeln begrüßt werden und jemand ganz normal mit ihnen spricht. Bei uns können sie kommen und gehen, wie es ihnen passt und sich auch einmal etwas von der Seele reden.“

Neue Einblicke

Das Lighthouse Welcome Center ist in der Regel von Montag bis Freitag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit sind jeweils zwei Freiwillige in zweitstündigen Schichten aktiv. Wie oft man aktiv ist, entscheidet man selbst und trägt sich dafür einfach in eine Liste ein. Aktuell sind zehn Freiwillige regelmäßig engagiert. Nathalie Domes würde sich über weitere Unterstützung sehr freuen. „Wer möchte, kann auch am Samstag oder Sonntag das Lighthouse Welcome Center öffnen,“ erklärt die Koordinatorin, „Die Schlüssel sind hinterlegt.“ Das Engagement schätzt Nathalie Domes als machbar ein.

„Wer regelmäßig kommt, baut auch Vertrauen auf. Es entsteht keine Überforderung, und ich bin jederzeit dafür da, um die Ehrenamtlichen zu unterstützen.“

Die Bewohner:innen in der gegenüberliegenden Erstaufnahme-Einrichtung wechseln alle zwei Wochen. Dauerhafte Beziehungen zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten können deshalb nicht entstehen. „Die Gesprächspartner:innen wechseln ständig,“ bestätigt Nathalie Domes. „Wer sich einen längeren Beziehungsaufbau wünscht, für den ist ein Eingagement im Lighthouse Welcome Center nicht das Richtige“.

Freiwillige können mitgestalten

Mit neuen Interessent:innen vereinbart Nathalie Domes einen Gesprächstermin vor Ort. Gemeinsam absolvieren die beiden eine Schicht im Lighthouse Welcome Center und gehen durch den Leitfaden für neue Ehrenamtliche durch. „Es gibt Raum für Fragen und danach überlegen die Freiwilligen, ob sie bei uns weitermachen wollen“. Wer sich dafür entscheidet, benötigt ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis.

Die Freiwilligen-Koordinatorin findet es toll, dass jede bzw. jeder Ehrenamtliche eigene Interessen und Sichtweisen mitbringen. „Es ist immer schön, verschiedene Sichtweisen zu haben. Die Ehrenamtlichen können mitgestalten und sich einbringen.“ Für viele Ehrenamtliche sei das Engagement im Lighthouse Welcome Center ein Herzensprojekt. „Hier können sie einfach da sein, es ist ein unkomplizierter und freundlicher Rahmen, die Leute kommen sehr gerne,“ betont sie.

„Wer Lust hat mit Geflüchteten in Kontakt zu kommen, der erhält hier Einblicke in deren Lebenswelten, die man sonst nicht bekommen würde.“

Mit kleinen Gesten viel bewegen

Nathalie Domes schaut regelmäßig vorbei. Sie findet auch die Gespräche mit den Ehrenamtlichen sehr spannend. „Für mich ist es ein wunderschönes Projekt, weil es Einfachheit und Offenheit zeigt, der beste Weg, um Berührungsängste abzulegen und Verständnis aufzubauen“ sagt die Projektkoordinatorin.

„Mit kleinen Gesten kann man so viel bewegen.“

„Die Ehrenamtlichen sind sehr unterschiedlich und es macht mir große Freude mit ihnen zu reden. Manchmal bleibe ich länger als ich eigentlich vorhatte, weil es mir einfach so viel Spaß macht, mit den Menschen zu sprechen.“

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Unsere Autorin Renate Volk
Autor:in: Renate Volk
Gespräch vom: 24.01.2023

Ehrenamtsgeschichten über die Organisation

Erste Orientierung für Geflüchtete im Lighthouse Welcome Center (D & EN)

Louise – 50 Jahre

Freiwillige Louise H. beim Lighthouse welcome center
Beratungstermin
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