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JUNO

Ein Stimme für geflüchtete Frauen
Frauen beim Deutschlernen im Café JUNO
Gemeinsames Spielen zum Deutschlernen - Foto: JUNO

Organisations Profil:

Engagement-Bereiche:

Migration und Flucht

Einsatzart:

einmalig, projektorientiert, digital

Webseite:

Geflüchteten Frauen in München eine Stimme geben

Der Name von JUNO ist Programm. Seit 2016 bietet die Einrichtung Frauen mit Fluchterfahrung einen Raum für Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten – miteinander und mit anderen Münchner Frauen. Britta Coy, 51 Jahre, hat das Projekt im Verein für Fraueninteressen e.V. aufgebaut und entwickelt es stetig weiter.

Wir bieten geflüchteten Frauen ein niedrigschwelliges Begegnungskonzept. Bei uns können sie sich in geschützter Atmosphäre austauschen und andere Münchnerinnen kennenlernen, erklärt sie. Hier dürfen sie sein, wie sie sind, werden als Bereicherung gesehen und fühlen sich willkommen.

Von Anfang an war es JUNO wichtig, den Frauen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen schöne Erfahrungen zu ermöglichen. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Klettern, Fahrradfahren oder Schwimmen können die geflüchteten Frauen zeigen und erfahren, wieviel Kraft in ihnen steckt, sich auspowern und ihr Selbstbewusstsein stärken. Diese positiven Impulse können sie mit in ihre anderen Lebensbereiche nehmen. Die Frauen kommen aus verschiedensten Ländern wie Afghanistan, Somalia oder Eritrea. Viele haben Kinder und auf der Flucht nach Deutschland Schreckliches erlebt. Trotz der teilweise unvorstellbaren Erfahrungen, die sie in ihrer Heimat und auf der Flucht erlebt haben, beeindrucken sie durch ihren Willen und positive Einstellung, hier ihr Leben selbständig aufzubauen.

Vielfältige Aufgaben für Freiwillige, die Flexibilität und Eigenständigkeit schätzen

gmütliches zusammensein im café juno
Deutsche und geflüchtete Frauen im Café JUNO Foto: JUNO

Den weiblichen Freiwilligen bietet JUNO vielfältige Engagementmöglichkeiten. „Am leichtesten ist der Zugang über unsere offenen Cafés, die zwei Mal in der Woche im Bellevue di Monaco stattfinden.“ erklärt Britta Coy. „Dort können sich interessierte Freiwillige z.B. mit an den Spieletisch setzen oder beim Essen mit den Frauen ins Gespräch kommen.“ Das achtköpfige Team von JUNO organisiert auch regelmäßig Ausflüge oder verschiedene Sportangebote, bei denen Ehrenamtliche dabei sein können. Auch Unterstützung beim Deutschlernen, Prüfungsvorbereitungen oder dem Schreiben von Bewerbungen ist willkommen.

Wir haben für unsere Freiwilligen zwei Messenger-Gruppe eingerichtet und schreiben dort rein, was an Aufgaben aktuell ansteht, erklärt die JUNO-Leiterin. Wer mitmachen will, meldet sich dann bei uns.

Die Freiwilligen können bei JUNO sehr eigenverantwortlich und flexibel bei unterschiedlichen Aktivitäten helfen. Für Britta Coy sind die Aspekte Eigeninitiative und Selbstständigkeit bei den Freiwilligen wichtig: „Wir können sie nicht intensiv betreuen und an die Hand nehmen,“ sagt Britta Coy, „dafür ist unser Team zu klein.“

Freiwillige lernen andere Kulturen kennen und erhalten neue Denkanstöße

Wer sich für JUNO engagiert, profitiert auf vielfältige Weise. Die Ehrenamtlichen erhalten einen Blick über den eigenen Tellerrand, lernen andere Kulturen kennen und erhalten neue Denkanstöße. Gegenseitige Vorurteile werden durch die Begegnungen abgebaut. Die Frauen erleben, dass sie sich in vielen Dingen ähnlich sind und dass Unterschiede die Gesellschaft bereichern. Die geflüchteten Frauen können die Sprache üben, an der Gesellschaft teilnehmen und das Gefühl erleben, willkommen zu sein, dazuzugehören.

Das Projekt entwickelt sich ständig weiter.

Britta Coy motivieren an ihrem Job vor allem die bereichernden Begegnungen mit den vielen spannenden Frauen. Sie bringen unterschiedlichste Hintergründe und Kompetenzen mit. „Wir unterstützen die Frauen bei ihrer Entwicklung und sehen, wie sie ihren Weg machen. Das ist toll.“  Auch reizt sie, dass sich das Projekt ständig weiterentwickelt und neue Aktivitäten dazu kommen. Zum Beispiel bietet JUNO auch Boxtrainings an. Berührend seien die harten Schicksale, die alle geflüchteten Frauen haben. Britta Coy und alle, die im Projekt mitarbeiten, sind immer wieder beeindruckt davon, wie souverän die Frauen damit umgehen, was sie alles leisten und wie sehr sie sich dafür einsetzen, arbeiten zu können. Sie erleben aber auch, wie schwer es den Frauen häufig gemacht wird, auch jenen mit abgeschlossenem Studium oder Ausbildung. „Die geflüchteten Frauen werden oft als Opfer behandelt,“ sagt Britta Coy. „Doch das sind sie einfach nicht.“

Unsere Autorin Renate Volk
Autor:in: Renate Volk
Gespräch vom: 27.07.2022

Ehrenamtsgeschichten über die Organisation

Mein Tatendrang für geflüchtete Frauen bei JUNO

Sonja – 31 Jahre

Sonja Renner interviewt für die Ehrenamtsgeschichten
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