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HausWirtschaftliche Beratung für verschuldete Haushalte durch Ehrenamtliche

Gemeinsam gegen Schulden
Hände am Taschenrechner daneben Geld und Rechnungen
Foto: canva

Organisations Profil:

Engagement-Bereiche:

Menschen in Notlagen

Einsatzart:

langfristig und regelmäßig

Webseite:

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Hauswirtschaftliche Beratung (HWB) ist eine Kooperationseinrichtung des Münchner Sozialreferats und des Vereins für Fraueninteressen e.V. Sie bietet einen umfangreichen Beratungsdienst für finanzschwache Haushalte an. Die Beratung ist individuell, sie findet begleitend statt und hat das Ziel, dass die betreuten Haushalte ihr Leben wieder gut allein regeln.

Wichtig ist uns, dass wir die Haushalte nicht nur beraten, sondern ganz praktisch in ihren alltäglichen Lebenssituationen begleiten, z.B. zu Behördengängen, zu Arztbesuchen, zum Jobcenter oder auch zur Bank.

Dr. Waltraud Kustermann leitet zusammen mit Bettina von Ofen die HWB. “Unser Motto ist Hilfe zur Selbsthilfe,“ betonen die beiden Leiterinnen. „Wir wollen die Haushalte dazu bringen, dass sie zukünftig Ihre Situation selbständig bewältigen können. Das betrifft die finanziellen Angelegenheiten und auch die damit verbunden administrativen Aufgaben.“ Die Ehrenamtlichen beraten die Menschen deshalb auch nicht am Schreibtisch im Büro der Einrichtung, sondern sie gehen zu ihnen nach Hause und besprechen die individuellen Fragen und Probleme.
Berater:innen der HWB sind allesamt ehrenamtlich tätig. Sie werden von den beiden Leiterinnen während der Einsätze begleitet, regelmäßig geschult und weitergebildet. Zudem gehört jede:r Helfer:in zu einer festen Austauschgruppe, die sich monatlich trifft.

Ehrenamtliche können ihre Wünsche einbringen

Was den beiden HWB-Leiterinnen besonders wichtig ist: der richtige Match zwischen Betreuer:in und Haushalt. Damit die Passung stimmt, berücksichtigen sie erst einmal ganz pragmatische Dinge wie den Anfahrtsweg, Dann schauen sie sich persönliche Präferenzen an: Einige der Ehrenamtlichen unterstützen gerne Haushalte mit Kindern, andere möchten lieber mit Älteren zusammenarbeiten. Auch die Sprache und Kultur spielen beim Matching eine Rolle.
Die Ehrenamtlichen erhalten vor dem Beginn ihres Engagements eine Fallbeschreibung und entscheiden selbstverständlich mit, ob sie sich diesen Haushalt gut vorstellen können oder nicht.

Gegenseitiges Vertrauen ist eine wichtige Basis

Sie begleiten einen Haushalt in der Regel über einen Zeitraum von zwei manchmal auch bis zu vier Jahren. Die Gespräche finden in den Haushalten vor Ort statt. Am Anfang ist es deshalb sehr wichtig, erst einmal Vertrauen zueinander aufzubauen. Jeder Haushalt hat seine ganz persönliche Problemsituation, auf die/der Betreuer:in individuell eingeht. Die Besuche finden zu Beginn ca. einmal in der Woche für maximal zwei Stunden statt. Je länger die Betreuung andauert, umso größer können die Abstände zwischen den Hausbesuchen gelegt werden.
hbw2Zu Beginn geht es erst mal darum, sich einen Überblick zu verschaffen: Die Betreuer:innen überprüfen Einnahmen und Ausgaben, erstellen einen Haushaltsplan und helfen dabei, Zuschüsse zu beantragen. Die Ehrenamtlichen achten darauf, dass der Haushalt keine überteuerten Angebote annimmt und keine unnötigen Ausgaben hat. Sie schaffen Klarheit, indem sie Unterlagen und Verträge ordnen und transparent machen, welche Kosten anfallen. Wichtig ist hierbei das Vertrauen zwischen Haushalt und Betreuer:in, denn es geht nicht um Bevormundung, sondern um Unterstützung. Die bzw. der Haushaltsbetreuer:in zeigt Möglichkeiten auf, begleitet den Haushalt und schützt ihn auch bei überteuerten Angeboten wie zum Beispiel mit der Überprüfung von Arztrechnungen. Die betreuten Haushalte erhalten Empfehlungen und oft auch Tipps für weitere kostenfreie Beratungsangebote.

Neuer Blick auf andere Lebenswelten und Kulturen

Nach erfolgreicher Beratung ist der Haushalt in der Lage, seine Situation selbstständig zu meistern oder kann andernfalls auf weitere Einrichtungen verwiesen werden. Das Ergebnis wird in einem Abschlussgespräch festgehalten, das zusammen mit der Bezirkssozialstelle stattfindet.

Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur Armutsprävention in München.

betont Frau Waltraud Kustermann. Bevor sie 2019 die Leitung der HWB München übernommen hat, war sie selbst ehrenamtlich als Betreuerin tätig. Deshalb weiß sie, welch große Verantwortung die Betreuung ist. Neben dem Interesse für finanzielle Angelegenheiten sind vor allem Einfühlungsvermögen, Offenheit gegenüber anderen Lebensentwürfen und Geduld wichtig.

Die Tätigkeit gibt den Freiwilligen aber auch viel zurück. Waltraud Kustermann kann dies aus persönlicher Erfahrung als ehrenamtliche Beraterin bestätigen: „Die HWB hat mir den Blick geöffnet für Menschen in anderen Lebenswelten und Kulturen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Das war eine wertvolle Erfahrung. Die Helfertätigkeit hat mich herausgefordert, auch mein eigenes Leben immer wieder zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen.“

Sonja Renner interviewt für die Ehrenamtsgeschichten
Autor:in: Sonja Renner
Gespräch vom: 08. März 2023

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Mit der HWB den Weg aus den Schulden finden

Katharina – 64 Jahre

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